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Nach Inkraffttreten der Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern ist bei Protesten am Grenzzaun des Gazastreifens zu Israel nach Angaben aus Gaza-Stadt ein Mensch erschossen worden. Weitere 25 Palästinenser seien durch israelisches Feuer verletzt worden, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums der Enklave am Mittelmeer, Aschraf al-Kedra, mit.

Erleichterterung im Nahen Osten: Nach acht Tagen erbitterter Kämpfe und zäher Vermittlungsbemühungen haben sich Israel und die Hamas darauf verständigt, die Waffen schweigen zu lassen. Die Feuerpause trat am Mittwochabend in Kraft. Die Übereinkunft löste im Gazastreifen Jubel und Begeisterung aus: Anwohner fielen sich vor Freude in die Arme, aus Lautsprechern der Moscheen schallte “Gott ist groß”. Der Waffenstillstand ist auf die diplomatischen Bemühungen von Ägypten und den USA zurückzuführen, die zwischen Israel und der Hamas vermittelt hatten.

Es ist bereits der siebte Tag in Folge mit blutiger Gewalt zwischen Israelis und radikalislamischen Palästinensern - und die Zahl der Opfer steigt: Palästinensischen Angaben zufolge wurden seit Beginn der jüngsten Luftoffensive Israels 111 Menschen im Gaza-Streifen getötet, unter den Opfern seien 56 Zivilisten. Auf israelischer Seite waren seit Mittwoch drei Tote unter der Zivilbevölkerung zu beklagen.

Während zwischen dem Gazastreifen und Israel die Raketen sprechen, läuft im Netz die Propagandamaschine gegen den jeweiligen Feind. Besonders die israelische Armee vollführt eine digitale PR-Offensive. Es ist schwer, den Meldungen der IDF zu entkommen. Auf Facebook betont die israelische Armee ihre chirurgisch exakten Angriffe.”Wir tun alles, Schaden an Privatbesitz zu verhindern, während die Hamas ihre Zivilisten als menschliche Schilde benutzt”, so eine Meldung. Grafiken rechtfertigen die Operation “Säule der Verteidigung” im Gazastreifen mit Zahlen und stellen dem internationalen Publikum die Frage: “Was würdest Du tun?” Auf Twitter verbrieten die beiden Kontrahenten ihre Propaganda über: “@IDFSpokesperson” und “@AlqassamBrigade”. Die Palästinenser sind ohnehin technisch im Nachteil und auf Hilfe von außerhalb angewiesen, sagte ein Vertreter der palästinensischen “Electronic Intifada” dem Blog “Hyperland”. Auch in Friedenszeiten gebe es nur acht Stunden Strom. Die Situation sei also nicht ungewohnt.

Mit seiner Luftoffensive im Gaza-Streifen hat Israel die Hamas militärisch geschwächt, politisch aber salonfähig gemacht. Der Emir von Katar steht mit dem Scheckbuch bereit, die Türken geben sich als Freunde der Hamas. Die USA oder die Europäer suchen Wege, mit der neuen arabischen Welt ins Gespräch zu kommen. Bedingungslose Solidarität mit Israel ist nicht mehr garantiert. Das Verhalten der Kontrahenten ist pathologisch, Palästinenser und Israelis haben die Gewalt längst verinnerlicht. Der arabische Aufstand aber verändert die Ausgangslage dramatisch: Nach dem Aufstand muss die Palästina-Frage neu gestellt werden.
The IDF has begun a widespread campaign on terror sites & operatives in the #Gaza Strip, chief among them #Hamas & Islamic Jihad targets.
— IDF (@IDFSpokesperson) November 14, 2012

Die Lage im Nahen Osten gleicht einem offenen Pulverfass. Nicht nur der Bürgerkrieg in Syrien und die damit zusammenhängenden Grenzkonflikte mit der Türkei halten die Welt in Atem. Nun bricht auch der alte Konflikt zwischen Palestina und Israel wieder offen auf. Israel hat einen Raketenangriff auf den Gaza-Streifen durchgeführt und dabei den “General” der Hamas getötet. Offenbar plant Israel auch einen Einmarsch seiner Bodentruppen in den Gaza-Streifen. Die arabische Welt reagierte empört.

Bei Raketenangriffen von Israel wurde am Mittwochnachmittag der Hamas-General Ahmed Dschabari (2.v.r) getötet. Für Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist der Tod des Terrorführers ein großer Erfolg. Für Ägypten war es ein brutaler Mord.